Herzig, Frank: Fernweh

Von Frank Herzig Wenn oft der Wind die Wolken treibt mit seiner ganz eigenen Sehnsucht hinwegtragen will aus unsicherem heftigen Gedankenkreisel, dann kann es passieren, dass wir vom Hierbleiben reden die Augen verschließen und vom Mitnehmen ganz leise nur träumen   Foto: privat Der am 21.04.1961 geborene Lyriker Frank Karl Herzig ist Vater zweier Kinder und hat zunächst eine Ausbildung zum Ökonomen an einer Fachhochschule absolviert. Anschließend erfolgte ein Berufswechsel …

Rantz, Hans: Muttersprache

Muttersprache Ob ihr es mögt, ob ungern hört, ob es euch wohltut oder stört: ich rede deutsch, wie mich’s gelehrt die Eltern, die ich hochverehrt. Weh denen, die die Sprache morden, in der einst Deutsche stark geworden. Weh ihnen, die ihr Volk vergessen, wenn sie aus fremden Schüsseln essen, die glauben sich nur dann gelitten, wenn sie geschmückt mit fremden Sitten, weil andere auf uns Deutsche schelten, soll Deutsch bei …

Bruchhausen, Hans: Neu Wöerd

Action, do deet jett passiere, un bei ner Fete dunn se fiere. Op nem Event, do es jett loss, un ne Deal es ne Klöngel, dä jett koss. Feeling es en Jeföhl un cool ärsch köhl. Wer fit es, es jood dropp, un ne Freak es bejeistert hellop. Wer happy es, dä hätt Jlöck, un bei return jeht et zoröck. Ne Insider weeß Bescheed, wer sorry säät, däm deet et …

Huber, Klaus: Sinnsprüche

Aus dem Kalender: Bildschönes Deutschland Der Winter hält uns fest im Griff. Er gibt den Silhouetten Schliff. Der Februar – als Narr kein Tor – hält uns durch Masken Spiegel vor. Der März vertreibt im Frühlingskleid mit Wärme, Charme die Winterszeit. April wird seinem Ruf gerecht. Selbst, wer ihn kennt – der staunt nicht schlecht. Der Juni würzt mit Rosenduft – betörend stark – die Sommerluft. Der Juli legt die …

Selzer, Winfried: Es wird höchste Zeit

Der deutschen Sprache, die einst geschätzt, ist man nicht mehr länger gewogen. Sie wird aus dem Verkehr gezogen, durch das trendige Denglisch ersetzt.   Hätten Politiker mal nachgedacht, sie hätten den Zeitgeist sicher erkannt, Denglisch statt Englisch zum Schulfach gemacht und damit eine Gefahr gebannt.   Schließlich muß die Schule beizeiten die Schüler auf die Zukunft vorbereiten. Sie würden sonst bald kein Wort verstehen, als Analphabeten durch´s Leben gehen.   …

Rauschert, Annemarie: Mondnacht, Kinderrat, Erinnerung, Abendlied

Durch meine Seele weht der Wind Wie durch einen einsamen Baum, Und alle meine Gedanken sind Wie Vögel am Wolkensaum …     Mondnacht   Du warst so schön – Wann wird mir diese Nacht, Wann diese Stunde wieder mir erscheinen? Noch ist doch alles nicht zu End gebracht, Und ist´s mir schon, als müsst´ ich darum weinen.   Hell überflütete des Mondes Licht Dein blasses Antlitz, das sich zu …

Alba, Fred: „Adieu!“, heißt es dann, Alsterschwäne, Aufforderung, Das Leben spielt mit uns Jojo, Hilfsbereit und bescheiden

„Adieu!“, heißt es dann   Einmal kommt der Tag! – Einmal muss doch jeder geh´n. „Adieu!“, heißt es dann, auch „Tschüß“ und „auf Wiederseh´n!“ Du nimmst es nicht schwer und sagst leise vor dich hin: „Wer weiß, was noch kommt, nachdem ich gegangen bin? Techniken hat es noch und noch gegeben. Ich hab genug! Mir langt es für´s ganze Leben. Platz für die Jugend, sie wächst sehr schnell herein. So …

Fürst, Gerhard A.: Bitte keine Anglomanie!

Anglomanierlich? Aber natürlich! Wie es sich auch gebührt, Sinnvolle Begriffe sind willkommen! Sie werden weder verpönt, verbannt, noch gewaltsam entführt! Wir sind eine Innung mit sprachenfreundlicher Gesinnung! Unerwünscht ist nur was sich als Dummheit hat erwiesen, und was nun wie Unkraut will sprießen. Fazit: was man rein affektiert hat geborgt, wird nun feinsäuberlich aussortiert, und bewussst linguistisch entsorgt. Gutes Deutsch hat ein eigenes Recht. Denglish ist purer Unsinn und schlecht! …