Gedichte

Huber, Klaus: Geltungsbedürfnis

Wer gerne sprachlich Eindruck macht, dadurch Begeisterung entfacht, zeigt bislang, dass er Sprachen spricht ob es nun passt oder auch nicht. Viel wichtiger klingt manches Wort, stammt es von fremdem Land und Ort. Wer sprachlich in die Tiefe geht, dem liegt am Herz, dass man versteht, was er mit Worten sagen will. Er hält nicht […]

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Hartmann, Horst: Deutscher Sprachsalat

Die Briten sprechen Englisch pur, Französisch die Franzosen nur. In Deutschland findet man das fad, hier liebt man einen Sprachsalat. Im „Pyjama“ steht man auf, macht „Jogging“, keinen Dauerlauf und „Walking“ heißt das neue Wort, wandert man von Ort zu Ort. Was zieht man an in diesen Tagen, früher gab’s noch Schlips und Kragen, heute […]

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Sliepen, Reiner: Monolog über die Sprache

Rasch flieht die Zeit dahin, wie eine Woge, die eben noch des Meeres Kraft gespeichert und hingestorben ist im Augenblick, indem sie, überspült von neuer Energie, die eigne Kraft verschwendet im Vergehn’. Ein Sinnbild ist’s für uns’re Lebensreise, für die Vergänglichkeit, für Abschiede, die uns begleiten, von Kindheit an, ganz leis’. Wir spüren’s kaum, wie […]

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Kinder, Dietmar: Un-gereimtheiten

Gedichte zur Sprache bringen (aus dem Buch Un-Gereimtheiten von Dietmar Kinder) Ami-Deutsch Die Werbebranche und die Umsatzbande grenzen uns aus im eigenen Lande Und wir zwei Esel, ich und Du lassen das so einfach zu   Unterwürfig In diesen Tagen ist es so weit Nachäffen macht uns kaum noch zu schaffen Ami-Kultur macht sich überall […]

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Schaarschuh, Fritz-J.: Nebensinnverschiebung, Sale

Nebensinn-Verschiebung E i n  Wort scheint heut ausgestorben, hat den Status “out” erworben. “Kompliziert” heißt dieses Wort, Eitelkeit warf’s über Bord! “Kompliziert” trifft indirekt den, der hinterm Vorgang steckt, “kompliziert” räumt Schwächen ein, wo doch gilt: Schwach darf nicht sein! Deshalb kriegt ein kaum bekanntes Wörtchen — als ´was Sinnverwandtes — dessen starke Position: Das […]

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Pauli, Werner: An den Lenz u.a.

Mein Dichten Der Stoff sucht selbst sich seine Form für Melodie und Rhythmus des Gedichts. Wohl auszuweichen gilt`s bewährter Norm und Zug zu wahren eigenen Gesichts. Nach Jambus oder Distichon und Mode nicht ruft mein Poetensinn. Ich scheuch` bekannte Wendungen davon und geb` mich lieber neuem Bildklang hin. Zwar scheu` ich auch Vertrautes nicht, wo […]

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Herzig, Frank: Fernweh

Von Frank Herzig Wenn oft der Wind die Wolken treibt mit seiner ganz eigenen Sehnsucht hinwegtragen will aus unsicherem heftigen Gedankenkreisel, dann kann es passieren, dass wir vom Hierbleiben reden die Augen verschließen und vom Mitnehmen ganz leise nur träumen   Foto: privat Der am 21.04.1961 geborene Lyriker Frank Karl Herzig ist Vater zweier Kinder […]

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