Böckem, Nick: An den Augenblick

O Augenblick, wie mannigfach verklingen
Die goldenen Notenzeichen Deines Banns
Dem süße Früchte unsrer Zeit entspringen.
Man sonne sich in Deinem Himmelsglanz!
So reich Dein Liederbuch, so lass uns singen,
Auf dass vereint man jauchzen werd`: „Ich kanns`s!“

O Augenblick, – Du funkelst ohnegleichen
Und bist ein so einmalig Element!
Doch spendest Du unzählbar Deine Zeichen,
Dass Dich ein achtend Auge stets erkennt.
Zum Einklange das Herz der Welt bestreichen
Kannst Du, dass sie beim Jubeltanz entbrennt.

O Augenblick, – wer sucht, Dich zu ergreifen,
dem wirst Du nimmer glimmendes Geleit.
Der Hochgenuss der flücht`gen Silberstreifen
Blitzt auf dem reinen Geist in Dankbarkeit.
Du tauchst in die Gemüter und lässt reifen
Den zeitlos-süßen Hauch der Ewigkeit.

Ach, Augenblick, – doch gibt es die Barbaren,
Die sich an dir versündigen und Dein
Vergänglich-schönes Angesicht „bewahren“,
Indem sie Dich verwandeln zu Gestein.
Sie tummeln sich in selbstverliebten Scharen,
Posieren für des Blitzlichts grellen Schein…