Böckem, Nick: Selbstvergessener Kniefall

Zeit verstrich: nach manchen hundert MeilenSogen ihn aus draht gen AlltagsseilenWeltkränze feinster Ewigweilen,Die den Fuß begrüßungsvoll umsanden.Weil Vermenschtheitslinien endlich schwanden, Kann sein Geist zum Ursprung sich entranden. Niederkniend: Die Innenwelten bebenRein, ein Flutgetose türmt sich nebenDiesem Erdwinzling auf. Sein StrebenNach der Wurzel mancher Menschenschlechte, Das die Welt verdirbt, ist Korn der Mächte; Windentanz durch Göttertag´ und -nächte. Friedvoll hilflos: Alle sind wir Wichte!Erst von solchen Wüchten Schicht um SchichteWahrgespült, biss …

Böckem, Nick: An den Augenblick

O Augenblick, wie mannigfach verklingenDie goldenen Notenzeichen Deines BannsDem süße Früchte unsrer Zeit entspringen.Man sonne sich in Deinem Himmelsglanz!So reich Dein Liederbuch, so lass uns singen, Auf dass vereint man jauchzen werd`: „Ich kanns`s!“ O Augenblick, – Du funkelst ohnegleichenUnd bist ein so einmalig Element!Doch spendest Du unzählbar Deine Zeichen,Dass Dich ein achtend Auge stets erkennt.Zum Einklange das Herz der Welt bestreichenKannst Du, dass sie beim Jubeltanz entbrennt. O Augenblick, …

Böckem, Nick: Mondschein

Nächstens an dem Waldessaume sehnetSich die Anschmiegsame ihn herbei.Zauberisch sie alles Dunkel schönet –Unbedarft ihr Herz, voll Liebelei.Der Erwählte abermalig zaget,Lauert im verwölkten Himmeltief.Ihn beengt´s, dass sie ihn stetig jaget,Weil ihr Glanz allmächtig ihn durchlief´.Jäh scheint auf er an der Himmelsfeste:Der verhalt´ne Leuchtball, der dort thront,Scheint hernieder, kältend, durchs Geäste … Da, ihr Liebling! Ewig bleibt´s: der Mond! „O mein Teurer! Endlich stirbt die Stille! Sehnsuchtsvoll beschwöre ich Dich: bleib! …

Böckem, Nick: Wörterne Brücke über den Abgrund, der zum Himmel führt

Ein Dichter wird umbaumet kühn vergeistert,Dass jede menschlich´ Schale von ihm sinkt. Uns Menschsein, das ihn lähmt und erdbekleistert, Weiß er, wenngleich er nun vom Himmel trinklt. Vermenscht, ach hemmnisvolle Bürde, Die Mensch zu Mensche aneinanderstellt. Wie hoch jemandes Geist auch steigen würde. Wir bleiben ewig Puppen dieser Welt. Die Meisten zieh´n auch innerlich nie Kreise, Weil Leichtbegrifflichkeit schön Leichtes schenkt, Das Streben abhält von der Himmelreise, Die einen zwangsläufig …

Huber, Klaus: Zum Jahreswechsel 2017/18

Ein weiteres Jahr geht bald zu Ende. Geprägt wird es durch u n s e r e Hände. Es gilt, die Zeit vor uns zu sichten und ihre Bilder zu gewichten, danach auch mutig es zu wagen, den Menschen ehrlich – deutsch! – zu sagen, womit sie bald – trotz aller Gaben – in nächster Zeit zu rechnen haben, um aus dem Jahr gelöst zu gehen und auch das nächste …

Marén Berg: Zwei Grazien in Asien (3)

Hier gibt es sogar eine „Pool-Bar“ an der ein halbes Dutzend junger Balinesen nur darauf warten, uns die Liegen und Sonnenschirme zurecht zu rücken und uns wunderbare frisch gepresste Obstsäfte zu servieren. Wirklich luxuriös. Nachmittags gehen wir in eins der Museen der Stadt, das ARMA, wo balinesische Malerei gezeigt wird, der wir aber nicht viel abgewinnen können – ausgenommen das Reis-Bild. Abends gehen wir essen und zwar gleich bei uns …

Marén Berg: Zwei Grazien in Asien (2)

BALI Im Flughafen Singapur wurden wir SO freundlich von dem Personal der Singapur Airlines abgefertigt, dass wir ganz euphorisch auf Bali ankommen – leider sind die dortigen Beamten wie alle andern der Welt, also gerade mal höflich. Bis wir Geld gezogen haben (gar nicht einfach am ersten Tag, da der Automat die Rupien nur zögerlich ausspuckt) und ca. eine Stunde mit dem Taxi zum Hotel gefahren sind, ist es stockdunkel. …

Marén Berg: Zwei Grazien in Asien (1)

Das Schlimmste ist das Knirschen und Knacken „im Gebälk“ der Boeing 747, die nun schon seit einer geschlagenen halben Stunde über das Flugfeld vom Charles-de-Gaulle Flughafen rumpelt. Mi hat ihre Augen fest zugepresst und auch mir ist nicht so wohl wie sonst in meiner Haut – warum ist das verflixte Ding nicht schon längst in der Luft? Glücklicherweise hat das Schicksal ein Einsehen und eine halbe Stunde später sitzen wir …

Marén Berg: Guten Tag Amerika, Mi und Ma sind wieder da! (3)

Mit diesen typischen Straβen, die man in tausend Filmen gesehen hat und den Studenten überall, kommt es mir wie eine Mischung aus Kreuzberg und Quartier Latin vor. Wir gehen am Washington Square vorbei, essen bei einem Chinesen „The best fried rice of New York“ (naja….) und beenden den Tag im „Fat Cat Club“, einer für mich sehr merkwürdigen Mischung aus Jazzkeller im Garagenlook mit viel Platz für Tischtennis-, Scrabble- und …